Allgemeine Arbeitsassistenz

Die Allgemeine Arbeitsassistenz unterstützt Personen von 18-65 Jahren bei der Erlangung oder Sicherung eines Arbeitsplatzes. Wir können Personen unterstützen, die ein Beeinträchtigung oder psychische Gesundheitsprobleme haben.

 

Warum Allgemeine Arbeitsassistenz?

Die Allgemeine Arbeitsassistenz verfolgt folgende Ziele:

  • die Sicherung des Arbeitsplatzes von Menschen mit Behinderung, Erkrankung oder psychischen Gesundheitsproblemen
  • Unterstützung bei der Suche und Erlangung eines Arbeitsplatzes
  • zentrale Ansprache für Arbeitsuchende und Arbeitsnehmende mit Behinderung oder psychischen Gesundheitsproblemen, Dienstgebende, Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen usw.

 

Betreuung WörglMethodische Grundsätze der Allgemeinen Arbeitsassistenz:

  • Die Unterstützung orientiert sich an den Ressourcen und Fähigkeiten der Klientin bzw. des Klienten.
  • Die Begleitung erfolgt individuell und ist an den Bedürfnissen der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmer orientiert.
  • Klientin/Klient, Betrieb und Umfeld werden immer mit einbezogen, Gespräche finden bei Bedarf am Arbeitsplatz statt
  • Menschen mit Behinderung und deren Dienstgeber und Dienstgeberinnen erhalten eine laufende Unterstützung und Begleitung im Arbeitsleben und Krisenintervention
  • Koordinierende Funktion im privaten Lebensraum der Klientinnen und Klienten
  • Mobilisieren der sozialen Unterstützung bei der Problembewältigung

 

Wer wird angesprochen?

Allgemeine Arbeitsassistenz:

Arbeit auf der BaustellePersonen, die aufgrund von Erkrankungen oder sonstigen Beeinträchtigungen (körperlich-, lern- oder sinnesbeeinträchtigt), einen Grad der Behinderung von mindestens 30% aufweisen und Arbeitserfahrung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

Allgemeine Arbeitsassistenz für Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen:

Personen, die aufgrund von psychischen Gesundheitsproblemen einen Grad der Behinderung von mindestens 30 % aufweisen und Arbeitserfahrung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

Personen mit einer Invaliditätspension oder Berufsunfähigkeitspension, die im Projekt Freibrief (www.meinfreibrief.at ) aufgenommen werden können.

Unternehmen:

Sozial denkende und innovativ handelnde Unternehmen, die Menschen mit Behinderung oder psychischen Gesundheitsproblemen anstellen möchten oder bereits angestellt haben.

 

Wie läuft das ab?

Es können sich Personen mit Behinderung oder psychischen Gesundheitsproblemen, Angehörige oder Unternehmen direkt an uns wenden. In einem Beratungsgespräch wird geklärt, ob die Allgemeine Arbeitsassistenz die richtige Unterstützung für die vorliegende Situation anbieten kann. Sollte dies nicht der Fall sein, wird der Kontakt zu anderen Organisationen oder Behörden hergestellt.

Arbeitsplatzsicherung:

Wenn das Weiterbestehen eines Arbeitsplatzes gefährdet ist, versuchen wir durch eine umgehende Krisenintervention das Arbeitsverhältnis zu erhalten. Dabei ist es zielführend, alle beteiligten Personen einzubeziehen um eine gemeinsame Zielvereinbarung zu formulieren. Der Fokus liegt bei der Erarbeitung von Lösungen, die langfristig den bestehenden Arbeitsplatz sichern und die Gesundheit der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers nicht gefährden.

Arbeitsplatzerlangung:

Zuerst werden gemeinsam mit der Klientin bzw. dem Klienten berufliche Perspektiven entwickelt und die bis jetzt genutzten Fähigkeiten und Ressourcen erhoben. Daraus entsteht ein individuelles Fähigkeitsprofil. Darauf aufbauend bieten wir Unterstützung bei der aktiven Arbeitsplatzsuche an. Wir klären die Förderungsmöglichkeiten des Dienstverhältnisses und bieten Unterstützung bei der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen. Es wird eine Akquisestrategie für die Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes entworfen und umgesetzt. Die Begleitung erfolgt bis zu 6 Monate nach Dienstverhältnisbeginn. In dieser Zeit kann sowohl das Unternehmen als auch der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin unterstützt werden, um eine nachhaltige Integration zu ermöglichen. Unsere Dienstleistung wird durch die  Beratung zu Erprobungs- oder Fördermöglichkeiten für das Unternehmen, Arbeitsplatzadaptierungsmöglichkeiten und der Bereitstellung von Jobcoaching bei längerem Einschulungsbedarf ergänzt.

Wer sind die Partnerinnen bzw. Partner?

Das Sozialministeriumsservice ist ein wichtiger Partner, wenn es um geeignete Integrationsmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Behinderung geht. Lohnkostenzuschüsse, Unterstützung von Aus- und Weiterbildungen oder Mobilitätszuschüsse ermöglichen eine nachhaltige Integration von Menschen mit Beeinträchtigung.

Das Arbeitsmarktservice unterstützt unsere Arbeit mit einer breiten Palette an Integrationsmaßnahmen wie Lohnkostenzuschüsse, Aus- und Fortbildungs- und Erprobungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung.

Gerade am Übergang von Arbeits- und Freizeitunterstützung ist das Amt der Tiroler Landesregierung ein verlässlicher Partner. Neben den Möglichkeiten der Lohnkostenzuschuss sind Maßnahmen des Tiroler Rehagesetzes eine wichtige Unterstützung für eine nachhaltige Integration.

Unternehmen, Vereine und die öffentliche Verwaltung stellen den Menschen mit Behinderung Praktikums-, Erprobungs- und Arbeitsplätze zu Verfügung. Sie nehmen Kontakt mit uns auf, wenn ein Arbeitsplatz gefährdet ist.

Die Pensionsversicherungsanstalt arbeitet im Projekt Freibrief mit uns zusammen. Damit ermöglicht sie Personen in Pension eine Teilnahme am Arbeitsleben ohne dass die Pensionsleistungen gänzlich gestrichen werden.

Eine Vielzahl von Organisationen unterstützt unsere Arbeit durch Qualifizierungsmaßnahmen, welche eine nachhaltige Integration ermöglichen:

  • Artis, Integrative Betriebe
  • Aufbauwerk der Jugend
  • Beratungsstelle für Gehörlose
  • Geschützte Werkstätte Tirol
  •  IBBA- Integratives, buntes, bäuerliches Arbeitsprojekt
  • innovia
  • Jobchance der Lebenshilfe Tirol
  • Die Mensa, Imst
  • Transform Absam
  • Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverband
  • Werkstart
  • Werkbank

 

Fallbeispiele

Fall A:

Der Arbeitsplatz der Kellnerin Frau B. war gefährdet, da sie vermehrt im Krankenstand war. Dies häufte sich in den Zeiträumen mit besonders viel Kunden- und Kundinnenandrang im Hotel. Frau B. konnte mit Hilfe der Arbeitsassistenz ihre persönliche Situation dem Arbeitgeber schildern und ihre Bedürfnisse in Stresssituationen offen legen. Der Vorgesetzte wollte die Mitarbeiterin nicht verlieren, da sie eine zuverlässige und servicebetonte Kollegin ist.  Es konnte eine Lösung gefunden werden, indem durch veränderte Arbeitszeiten und eine andere Schicht die Arbeitssituation entschärft werden konnte und die Zufriedenheit und Arbeitsfähigkeit der Arbeitnehmerin verbessert wurde.

Fall B:

Frau K. wünschte sich nach der Mutterkarenz einen Teilzeitjob. Frau K. ist gehörlos und nutzt die Unterstützung der Arbeitsassistenz um einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden. Aufgrund von Versorgungspflichten möchte Frau K. möglichst vormittags und im gleichen Ort, in dem sie lebt, arbeiten. Nach längerer Suche war es möglich einen Halbtagesarbeitsplatz in einer Wäscherei zu finden. Der Arbeitgeber war bereit ihre Arbeitszeit nur vormittags einzuteilen. Mit Hilfe eines Gebärdensprachdolmetschers konnte in jedem Gespräch mit dem Arbeitgeber alle Details geklärt werden. Die Beratungsstelle für Gehörlose ermöglichte ein Jobcoaching am Beginn des Arbeitsverhältnisses, damit Frau K. die Unterweisungen verstand und anwenden konnte. Die Kolleginnen und die Vorgesetzte wurden über die Gehörlosigkeit informiert und Kommunikationsregeln vermittelt.

Fall C:

Herr M. ist Buchhalter und hatte bereits in der Vergangenheit mehrere einschlägige Jobs, die er jeweils nach wenigen Monaten wieder aufgab. Mit Unterstützung der Arbeitsassistenz konnte bereits bei der Bewerbung die für ihn notwendigen Arbeitsbedingungen angesprochen werden. Dazu gehörte ein klar strukturiertes Arbeitsumfeld und Transparenz bei der Erteilung von Arbeitsaufträgen. Mittels regelmäßiger Gespräche und des Einübens neuer Verhaltensmuster war es möglich, dass Herr M. langfristig die Tätigkeit bei einem Arbeitgeber ausführen konnte.