Berufsausbildungs Assistenz

Jugendliche mit Beeinträchtigung können jeden Lehrberuf in Form einer Integrativen Berufsausbildung erlernen. Das ist entweder die Verlängerte Lehre oder die Teilqualifizierung. Dabei werden die Jugendlichen durchgehend von der Berufsausbildungsassistenz begleitet. Zum Beispiel bekommen sie Unterstützung bei Problemen im Lehrbetrieb oder eine Lernhilfe während der Berufsschulzeit.

 

Warum Integrative Berufsausbildung?
Warum Berufsausbildungsassistenz?

Die Integrative Berufsausbildung bietet gute Ausbildungschancen für Jugendliche mit Beeinträchtigung. Neben der regulären Lehre können Kunstwerk mit GummihandschuhJugendliche zwischen zwei weiteren Ausbildungsformen – der Verlängerte Lehre oder der Teilqualifizierung – wählen. Das gilt für die gewerblichen und für die land- und forstwirtschaftlichen Lehrberufe.

Die Integrative Berufsausbildung berücksichtigt die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten von Jugendlichen mit Beeinträchtigung, wenn sie zum Beispiel mehr Zeit oder mehr Unterstützung brauchen, um den gewünschten Lehrberuf zu erlernen.

Die Jugendlichen bekommen eine Berufsausbildungsassistenz an die Seite gestellt, die sie während der gesamten Ausbildungszeit begleitet und unterstützt, damit sie die Verlängerte Lehre oder die Teilqualifizierung erfolgreich abschließen können.

Durch die Integrative Berufsausbildung erhalten Jugendliche mit Beeinträchtigung eine solide berufliche Erstausbildung. Dadurch erhöhen sich ihre Chancen auf eine langfristige berufliche Integration.

 

Wer wird angesprochen?

In der Berufsausbildungsassistenz werden Jugendliche ab einem Alter von 15 Jahren begleitet, die

  • am Ende der Pflichtschule einen sonderpädagogischen Förderbedarf hatten oder
  • eine Beeinträchtigung nachweisen können.

Voraussetzung für den Beginn einer Integrativen Berufsausbildung ist ein abgeschlossenes Jugendcoaching, das als nächsten Schritt eine Verlängerte Lehre oder Teilqualifizierung empfiehlt.

Wir begleiten auch junge Frauen und Männer, die mit der regulären Lehre überfordert sind und in die integrative Berufsausbildung wechseln wollen.

 

Wie läuft das ab?

Die Integrative Berufsausbildung bietet Mädchen und Burschen mit Beeinträchtigung zwei Ausbildungsmöglichkeiten:

1. Verlängerte Lehre

Bei der Verlängerten Lehre haben die Jugendlichen ein bis zwei Jahre länger Zeit, einen Lehrberuf zu erlernen. Sie erhalten einen Lehrvertrag, besuchen die Berufsschule und arbeiten im Lehrbetrieb. Die Verlängerte Lehre endet mit der Lehrabschlussprüfung-

2. Teilqualifizierung

Bei der Teilqualifizierung lernen die Jugendlichen jene Teile eines Lehrberufs, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Inhalte, Ziele und Dauer der Ausbildung werden individuell abgestimmt.

Die Teilqualifizierung kann ein bis drei Jahre dauern. Die Mädchen und Burschen arbeiten im Lehrbetrieb und besuchen in der Regel auch die Berufsschule. Am Ende der Ausbildung absolvieren die Jugendlichen eine Abschlussprüfung und erhalten ein Zeugnis über die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse.

Die Jugendlichen werden während der gesamten Ausbildungszeit von der Berufsausbildungsassistenz begleitet und unterstützt.

 

Die Berufsausbildungsassistenz

  • erledigt alle Formalitäten für den Ausbildungs- oder Lehrvertrag,
  • erstellt den individuellen Ausbildungsplan in der Teilqualifizierung,
  • ist regelmäßig in Kontakt mit dem Lehrbetrieb und der Berufsschule,
  • organisiert die notwendige Unterstützung wie zum Beispiel Lernhilfe oder Jobcoaching,
  • vermittelt bei auftretenden Problemen und in Krisensituationen im Lehrbetrieb und in der Berufsschule,
  • unterstützt alle Beteiligten bei einem Ausbildungswechsel,
  • hilft bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung und
  • arbeitet mit allen wichtigen Personen und Einrichtungen zusammen.

Die Begleitung durch die Berufsausbildungsassistenz ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Unterstützung ist kostenlos.

 

Wer sind unsere Partnerinnen und Partner?

Die Berufsausbildungsassistenz arbeitet mit vielen Personen und Organisationen zusammen:

  • Im Zentrum unserer Begleitung stehen die Jugendlichen mit Beeinträchtigung und ihre Bedürfnisse. Wenn die Mädchen und Burschen noch minderjährig sind, arbeiten wir eng mit den Erziehungsberechtigten zusammen.
  • Zentrale Partner und Partnerinnen sind die Lehr- bzw. Ausbildungsbetriebe und die Berufsschulen. Wir stellen zu allen beteiligten Personen im Betrieb und in der Berufsschule einen guten Kontakt her und besprechen mit ihnen alle wichtigen Ausbildungsfragen.
  • Wir kooperieren mit anderen Einrichtungen, die eine zusätzliche Unterstützung während der Integrativen Berufsausbildung anbieten können. Eine solche Unterstützung könnte zum Beispiel eine Lernbegleitung, ein Jobcoaching vor Ort im Betrieb, ein Gebärdensprachdolmetsch oder eine Technische Assistenz sein.
  • Wir bilden ein stabiles Netzwerk mit den Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammer Tirol und der Arbeiterkammer Tirol sowie mit dem zuständigen Landesschulinspektor, um die Qualität der Integrativen Berufsausbildung weiter zu entwickeln.
  • Wir arbeiten auch mit anderen Anbietern der Berufsausbildungsassistenz in Tirol und in Österreich zusammen.