Jugendarbeitsassistenz

Die Jugendarbeitsassistenz unterstützt Jugendliche bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz oder bei Krisen am Arbeitsplatz. Wir begleiten Jugendliche zwischen 14 und 23 Jahren mit Lernschwierigkeiten oder einer Beeinträchtigung. Gemeinsam suchen wir eine geeignete Arbeitsstelle oder eine gute Lösung deiner Probleme am Arbeitsplatz.

 

Warum Jugendarbeitsassistenz?

Jugendliche mit Beeinträchtigung haben es schwerer, einen passenden Lehr- oder Arbeitsplatz am ersten Arbeitsmarkt zu finden. Wir unterstützen und begleiten sie beim Berufseinstieg.Ich gehe Schnuppern

An jedem Arbeits- oder Lehrplatz können im Laufe der Zeit Probleme mit dem oder der Vorgesetzten, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, in der Berufsschule oder sonst wie entstehen. Wir helfen den Jugendlichen und den Unternehmen herauszufinden, was wirklich die Ursachen für die Schwierigkeiten sind und beraten, wie diese gemeinsam bewältigt werden können.

Merkmale der Jugendarbeitsassistenz

  • Die Begleitung durch die Jugendarbeitsassistenz ist freiwillig und kostenlos.
  • Wir begleiten nach dem Leitspruch „So viel Hilfe wie nötig, so wenig wie möglich“.
  • Wir begleiten jeden/jede Jugendliche einzeln. So können wir uns genau auf die individuellen Bedürfnisse einstellen.
  • Wir arbeiten ressourcenorientiert. Wir schauen, was alles möglich ist und nicht, was alles nicht geht.
  • Der oder die Jugendliche steht im Mittelpunkt der Beratung und Begleitung.
  • Wir vernetzen uns mit allen Personen, Kooperationspartnern und –partnerinnen, Institutionen, die den Jugendlichen /die Jugendliche unterstützen. Wir fragen den Jugendlichen /die Jugendliche vorher um ihr Einverständnis.
  • Wir organisieren die Unterstützung, die notwendig ist (Lernunterstützung, Adaptierung am Arbeitsplatz, Anpassung des Lehrplans, Anpassung der Arbeitszeiten), damit der/die Jugendliche gut arbeiten und lernen kann.

 

Wer wird angesprochen?

Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahre mit

  • einer Beeinträchtigung von mindestens 30% (Lernbeeinträchtigung, körperlichen Beeinträchtigung, Sinnesbeeinträchtigung, psychische Schwierigkeiten)
  •  Sonderpädagogischem Förderbedarf während der Schulzeit
  • Erhöhter Familienbeihilfe
  •  einer Beeinträchtigung, aber keinen Nachweis. Die Jugendarbeitsassistenz klärt ab, ob eine Begleitung möglich ist.

Jugendliche, die auf der Suche nach einem konkreten Arbeitsplatz oder einer Lehrstelle sind.

Jugendliche, die ein Problem am Arbeits- oder Lehrplatz haben

Unternehmen, welche Jugendliche mit Beeinträchtigung beschäftigen wollen oder bereits beschäftigen.

 

Wie läuft das ab?

Wir vereinbaren ein Erstgespräch mit der/dem Jugendlichen und den Erziehungsberechtigten. Wir schauen bei diesem Gespräch gemeinsam, ob die Jugendarbeitsassistenz das passende Angebot ist.

Wir vereinbaren regelmäßige Termine mit der/dem Jugendlichen. Wenn notwendig, laden wir die Erziehungsberechtigten und/oder andere Unterstützer und Unterstützerinnen zu den Gesprächen ein.

Wir informieren über verschiedene Lehrberufe und Dienstverhältnisse.

Wir erstellen gemeinsam Bewerbungsunterlagen, üben verschiedene Bewerbungssituationen und begleiten zu Vorstellungsgesprächen.

Wir organisieren Praktika in passenden Betrieben, damit die/der Jugendliche den Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen kennen lernen kann. Wir begleiten, wenn notwendig, bei Praktika.

Wir suchen gemeinsam einen Arbeits- oder Lehrplatz in einem passenden Betrieb.

Wir begleiten bei der regulären Lehre und bei Dienstverhältnissen auf jeden Fall bis zum Ende der Probezeit. Wenn danach Schwierigkeiten auftauchen, können wir die Begleitung jederzeit wieder aufnehmen.

Wir helfen bei Problemen am Lehr- oder Arbeitsplatz.

Wir informieren die Betriebe über mögliche Förderungen und organisieren im Bedarfsfall persönliche Unterstützung am Arbeitsplatz.

Wenn notwendig, beraten wir zur Anpassung des Arbeitsplatzes.

Wir organisieren Lernhilfe.

Wir begleiten die Jugendlichen bis zu einem Jahr in der Jugendarbeitsassistenz.

 

Wer sind unsere Partnerinnen und Partner?

Die Partnerinnen und Partner der Jugendarbeitsassistenz sind in erster Linie die Jugendlichen und Unternehmen.

Wir vernetzen uns aber natürlich auch mit anderen Organisationen, welche die Jugendlichen unterstützen.

Wir stehen in Kontakt mit Organisationen, welche den Betrieben und/oder den Jugendlichen finanzielle Hilfeleistung bieten können.

  • Arbeitsmarktservice
  • Land Tirol
  • Sozialministeriumservice
  • Wirtschaftskammer
  • Pensionsversicherungsanstalt

Wir vernetzen uns mit Schulen und/oder Berufsschulen und Nachhilfeeinrichtungen.

 

Fallbeispiel

Die Jugendliche Ç. hat Lernschwierigkeiten und wurde daher mit Sonderpädagogischem Förderbedarf beschult. Im letzten Pflichtschuljahr einer Hauptschule wurde sie vom Jugendcoaching unterstützt, um ihre weitere berufliche Perspektive abzuklären. Ç. machte dabei ihre ersten berufspraktischen Erfahrungen in Form von Praktika. Ergebnisse der Zusammenarbeit mit dem Jugendcoaching waren die Klärung der passenden Arbeitshaltung von Ç. und die Formulierung ihres Wunsches, eine Lehrstelle als Einzelhandelskauffrau im Bereich Lebensmittel oder in den Bereichen Textil und Schuhe zu finden.

Das Jugendcoaching stellte den Kontakt zum Projekt Jugendarbeitsassistenz her. Die Jugendarbeitsassistenz begleitete Ç. bei ihren ersten Terminen mit dem Arbeitsmarktservice. Anschließend wurden Schnupperpraktika und in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice eine Arbeitserprobung in ausgewählten Betrieben durchgeführt. Die Jugendarbeitsassistenz unterstützte Ç. bei der Erstellung passender Bewerbungsunterlagen und nahm mit ihr Vorstellungs- und Informationsgespräche in Unternehmen wahr.

Die junge Frau startete eine Lehre in einem Lebensmittelmarkt einer großen Kette. Das Lehrverhältnis wurde aber innerhalb der Probezeit wieder aufgelöst. In Gesprächen mit der Jugendlichen und dem Ausbildungsbetrieb wurde besprochen, warum es zur Beendigung des Lehrverhältnisses gekommen war. Ç. vereinbarte mit der Jugendarbeitsassistenz, eine weitere Lehrstelle im Bereich Einzelhandel, diesmal im Fachbereich Textil, zu suchen. In Absprache mit Ç. organisierte die Jugendarbeitsassistenz parallel zur laufenden Lehrstellensuche die Teilnahme bei einem Peer-Workshop zu den Themen  „Kommunikation mit Kunden und Kundinnen“ und „Small Talk im Betrieb“ bei einem Anbieter speziell für Personen mit Lernschwierigkeiten.

Ç. begann schließlich ein Lehrverhältnis in einem Betrieb im Bereich Textil.  Um Ç. aufgrund ihrer Lernschwierigkeiten als auch dem Ausbildungsbetrieb die bestmögliche Unterstützung zu bieten, einigte man sich auf eine integrative Berufsausbildung, eine verlängerte Lehre. In mehreren Terminen informierte die Jugendarbeitsassistenz den Ausbildungsbetrieb genau über den Ablauf der integrativen Berufsausbildung und klärte die Fördermöglichkeiten des Betriebes ab. Die Jugendarbeitsassistenz arrangierte mit Ç., ihren Erziehungsberechtigten und einer Dolmetscherin eine Übergabe an die Berufsausbildungsassistenz.