Jugendcoaching

Jugendcoaching unterstützt Dich dabei herauszufinden, welche Ausbildung zu Dir und zu Deinen Fähigkeiten und Interessen passt. Deine Jugendcoacherin / Dein Jugendcoach kann Dir dabei helfen den für Dich passenden Ausbildungsweg zu finden. Gemeinsam werden die dafür nötigen Schritte geplant und Du wirst dabei unterstützt den ersten Schritt in die für Dich passende Richtung zu machen.

 

Warum Jugendcoaching ?

5 Jahre JugendassistenzJugendcoaching dient dazu die Arbeitsmarktchancen von jungen Menschen langfristig zu verbessern als auch zu sichern. Daher helfen Jugendcoaches dabei, Ausbildungsabbrüche zu verhindern oder innerhalb des Coachings die Jugendlichen dabei zu unterstützen klarere Vorstellungen über ihre möglichen Anschlussperspektiven nach dem letzten Schuljahr zu bekommen.

Gerade in der schwierigen Entscheidungsphase brauchen Jugendliche als auch Erziehungsberechtigte oft professionelle Beratung, um ihre vielfältigen Fragen besprechen und beantworten zu können: Was will ich tun? Was passt zu mir? Welcher Beruf, welche Ausbildung entspricht meinen Interessen und Fähigkeiten? Was für Möglichkeiten habe ich im österreichischen Bildungssystem? Usw.

Das Jugendcoaching Angebot ist kostenlos und freiwillig. Anhand der Analyse der individuellen Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen/des Jugendlichen, werden die nächsten Schritte geplant und damit ein erfolgreicher Übertritt in das zukünftige Berufsleben ermöglicht.

Jugendcoaching soll auch dabei helfen Hindernisse, wie familiäre Schwierigkeiten, Suchtverhalten, Schulden, Wohnungsprobleme, etc. die dem Zugang zu einer Ausbildung im Weg stehen zu beseitigen. Damit trägt Jugendcoaching auch einen wesentlichen Beitrag zur persönlichen und sozialen Stabilisierung von Jugendlichen bei.

Wer wird angesprochen?

Jugendliche, die sich am Übergang Schule Beruf befinden und für ihren Schritt ins Berufsleben oder ihren Schritt in eine weitere Ausbildung oder für den Abschluss der Pflichtschule Unterstützung benötigen sind beim Jugendcoaching richtig. Wir können Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren begleiten. Sofern eine Beeinträchtigung vorliegt, können wir bis zum 25. Geburtstag begleiten.

Wir können Jugendliche begleiten,…

  • die zwischen 15 und 19 (25) Jahren alt sind
  • deren Semester- oder Jahreszeugnis negativ ist oder wird
  • die ihr 9. Schuljahr ohne einen Schulabschluss (z.B. kein Hauptschulabschluss) beendet haben
  • die aktuell im 9. Schulbesuchsjahr sind
  • die dabei sind ohne Abschluss die Schule zu verlassen
  • die aktuell Probleme in der Schule haben, weil es viele Fehlzeiten gibt oder sonstige Schwierigkeiten in der Schule vorhanden sind
  • die einen sonderpädagogischen Förderbedarf in mindestens einem Gegenstand haben oder hatten
  • denen Deutsch sprechen und lesen sehr schwer fällt
  • die mit dem österreichischen Ausbildungssystem nicht vertraut sind
  • die psychische Probleme haben oder sich belastet fühlen (z.B. Mobbing)
  • welche wenig bis keine Unterstützung bei der Berufs- oder Ausbildungswahl von anderen bekommen
  • die noch keinerlei Idee dazu haben wie die persönliche schulische oder berufliche Zukunft aussehen kann oder soll

 

Wie läuft das ab?

Jugendcoaching MessestandDer Erstkontakt zum Jugendcoaching erfolgt üblicherweise direkt in der Schule. Es ist aber auch möglich, dass sich Jugendliche, Eltern, Lehrpersonen oder andere Beteiligte direkt beim Jugendcoaching melden. Die Website dazu: www.jugendcoaching-tirol.at

Beim Erstgespräch mit der/dem zuständigen Jugendcoacherin/Jugendcoach wird die aktuelle Situation gemeinsam besprochen und das Angebot des Jugendcoachings genauer erklärt. In manchen Situationen ist eine kurze Beratung (1 – 3 Termine) durch die Jugendcoaches ausreichend. Wenn sich herausstellt, dass eine längere Begleitung Sinn macht und auch erwünscht ist, kann die Begleitung starten. Dafür werden gemeinsam mit der persönlichen Coacherin/dem Coach Ziele für den Prozess formuliert und unterschrieben. Zu diesem Zeitpunkt ist es auch nötig eine Zustimmungserklärung zur Datenerfassung zu unterschreiben, da wir verpflichtet sind persönliche Daten für das Sozialministerium Service zu erfassen. Die Termine mit den Jugendcoaches können sowohl in der Schule als auch am regionalen Standort der arbas Tirol stattfinden. Je nach Unterstützungsbedarf kann eine Jugendcoachingbegleitung bis zu einem Jahr dauern. In dieser Zeit geht es darum herauszufinden wo die Fähigkeiten, Interessen und Stärken der Jugendlichen liegen. Mit Hilfe von Realbegegnungen in Betrieben (Schnupperpraktika) oder auch durch das Kennenlernen von Ausbildungsangeboten oder diversen Projekten, können gemeinsam realistische Perspektiven erarbeitet werden. Am Ende der Begleitung erhält jede Jugendliche/ jeder Jugendliche anhand einer Fachlichen Stellungnahme oder eines Abschlussberichtes eine individuelle Empfehlung für den nächsten Schritt. Sollte der Übertritt in das nächste Folgesystem nicht gelingen, ist eine Rückkehr ins Jugendcoaching jederzeit möglich.

 

Wer sind unsere Partnerinnen und Partner?

Jugendcoaches arbeiten nach Möglichkeit mit allen wichtigen Partnerinnen und Partnern rund um die Jugendlichen zusammen. In Bezug auf nächste mögliche Ausbildungs- oder Berufsziele sind die Einschätzungen und Eindrücke aller für die Jugendliche/den Jugendlichen wichtigen Personen von Bedeutung. Vor allem die Einbindung der Eltern (Erziehungsberechtigten) und der Schule sind für die Erarbeitung geeigneter Perspektiven zentral. Aber auch die Einbindung von anderen Professionalisten/Professionalistinnen kann im Jugendcoaching sinnvoll sein. Wir arbeiten auch mit den innerschulischen Unterstützungssystemen, wie der Schulpsychologie und den Schulsozialarbeiterinnen und –arbeitern eng zusammen. Dabei achten die Jugendcoaches darauf, dass sie immer die von der Jugendlichen/ dem Jugendlichen definierten Ziele und Aufträge im Fokus behalten.

Bei der Suche nach geeigneten Anschlussperspektiven arbeiten wir sehr eng mit Betrieben und auch dem AMS zusammen. Manchmal sind auch andere Angebote wie Berufsvorbereitende Projekte oder Qualifizierungsprojekte Partnerinnen/ Partner in der Prozessbegleitung der Jugendlichen. Auch professionelle Beratungs- und Betreuungseinrichtungen oder andere Ausbildungssysteme werden mitunter mit ins Boot geholt.

Der Auftrag der Jugendcoaches wird ganz an die individuellen Bedürfnisse und Ziele der Jugendlichen angepasst und kann unterschiedliche Netzwerkpartner/-partnerinnen am Weg benötigen.

 

Fallbeispiele

Jugendliche ohne SPF

Melanie B. kommt durch ihre Beratungslehrerin ins Jugendcoaching. In der Erstberatung wurde ihre aktuelle Situation besprochen. Die Schülerin befindet sich im letzten Pflichtschuljahr an der Neuen Mittelschule und weiß nicht genau, was sie nach der Schule machen soll, ein weiteres Schuljahr kommt für sie nicht in Frage. Der Jugendcoach erklärt Melanie B., wie die weitere Begleitung aussieht und die Jugendliche entscheidet sich für eine Begleitung durch das Jugendcoaching. Melanie hat das Ziel, einen für sie passenden Ausbildungsberuf zu finden, der Jugendcoach erarbeitet mit Melanie gemeinsam, welche Lehrberufe in Frage kommen. Über Schnupperpraktika in Betrieben findet sie heraus, dass ihr der Lehrberuf „Malerin“ am besten gefällt. Auch der Betrieb meint, dass sie gut für diese Tätigkeit geeignet ist und Melanie erhält eine Lehrstellenzusage. Der Jugendcoach bespricht mit Melanie und dem Betrieb, welche Rahmenbedingungen wichtig sind, damit sie den Lehrabschluss gut schaffen kann. Mit Lehrbeginn erhält Melanie noch das Angebot einer Nachbetreuung durch ihren zuständigen Jugendcoach. Das ist wichtig, um sicher zu sein, dass Melanie in ihrem Wunschberuf gut angekommen ist und sich im Betrieb wohlfühlt.

Jugendlicher mit SPF

Fabian L. kommt mit seiner Mutter zu uns. Die Mutte wurde durch einen Zeitungsbericht über unser Angebot aufmerksam. In der Erstberatung erfährt der Jugendcoach, dass Fabian im letzten Schuljahr ist, einen Sonderpädagogischen Förderbedarf und eine körperliche Einschränkung hat. Ziel des Jugendcoachings war es, mit Fabian und dessen Mutter abzuklären, ob ein Berufseinstieg schon in Frage kommt, oder ob es zuvor noch andere Schritte benötigt. Nach einem Schnupperpraktikum kam heraus, dass es für die Berufswelt noch zu früh ist. Der Jugendcoach zeigte Fabian weitere Perspektiven auf. Zum einen hatte Fabian die Möglichkeit ein weiteres Jahr zur Schule zu gehen oder in einer der empfohlenen Berufsvorbereitenden Einrichtungen zu starten. In Absprache mit der Schule entschied sich Fabian für ein weiteres Schuljahr an seiner bisherigen Schule. Mit Fabian wurde weiters vereinbart, dass er sich zu Beginn des neuen Schuljahres gerne wieder für ein Jugendcoaching melden kann. Eine weitere Begleitung wäre für einen möglichen Berufseinstieg sehr sinnvoll.