Mittendrin

 

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Mittendrin unterstützt Jugendliche mit erheblicher Behinderung bei der beruflichen Integration. Wesentlich dabei ist die Zusammenarbeit mit Personen aus dem sozialen Umfeld im Rahmen eines Unterstützungskreises. Ziel ist es, dass die Jugendlichen gemäß ihren Interessen und Leistungsmöglichkeiten mittendrin in einem Betrieb, einer Gemeinde sinnvoll tätig und im Kontakt mit anderen sind. Getragen von der Überzeugung, dass es für jede und jeden einen guten Platz in der (Arbeits-)Welt gibt.

 

Wer wird angesprochen?

  • Jugendliche mit erheblicher Behinderung am Übergang von der Schule in die ArbeitsweltVerfremdetes Foto von einem Feld
  • Eltern, die für ihr Kind eine Alternative zur Tagesbetreuung in Werkstätten suchen
  • Voraussetzung für die Begleitaufnahme ist eine Finanzierungszusage von Seiten des Landes Tirol.

 

Wie läuft das ab?

  • Zur persönlichen Zukunftsplanung finden Treffen mit den Jugendlichen und auch mit dem Unterstützungskreis statt.
  • Im Rahmen von Schnuppertagen können sich die mittendrin-Teilnehmer und Teilnehmerinnen in verschiedenen Arbeitsfeldern ausprobieren.
  • Sobald ein geeignetes Arbeitsumfeld gefunden ist, wird ein Arbeitsplatz mit arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Absicherung und regulärer Bezahlung eingerichtet. Ein Mentor/eine Mentorin im Betrieb ist gerade am Anfang als Ansprechperson sehr wichtig. Je nach Leistungsvermögen der mitarbeitenden Person mit Behinderung wird dem Arbeitgeber ein Lohnkosten- bzw. Mentorenzuschuss über das Land Tirol gewährt.
  • Für mittendrin-Teilnehmende mit besonders hohem Unterstützungsbedarf (1:1) ist persönliche Assistenz beim Arbeiten möglich, koordiniert über SLI (Selbstbestimmt Leben Initiative).
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Gute Beispiele aus der Praxis

S., eine junge Frau mit Down Syndrom, ist zu Beginn der mittendrin-Begleitung 18 Jahre alt und gerade mit der Schule fertig. Ihre Eltern haben sich gegen eine Anmeldung in der Werkstätte entschieden. So begann die Zusammenarbeit. In vielen Einzeltreffen, Familienkontakten und in einem Unterstützungskreistreffen, bei dem nur die engste Familie anwesend war, entstand ein Bild vom zukünftigen Arbeitsplatz: Er sollte sehr ruhig sein. S. wünschte sich vorwiegend weibliche Kolleginnen und wenig Kundenkontakt.

S. bekam die Chance auf ein dreiwöchiges Praktikum in einem Massagesalon. Ihre mittendrin-Assistentin war anfangs mit im Betrieb. Gemeinsam mit der Chefin wurden passende Aufgaben für S. zusammengestellt: Vormittags erledigt sie leichte Reinigungsaufgaben, schreddert Papier und unterschreibt die Geburtstagskarten für die Stammkundinnen. Nachmittags desinfiziert sie die Massageliegen und hilft dabei, die Räumlichkeiten für die Abendveranstaltungen vorzubereiten. Schnell wurde allen klar: Der Betrieb möchte S. als Mitarbeiterin anstellen! S. arbeitet nun im Umfang von 16 Stunden pro Woche, hat sich im Betrieb sehr gut entwickelt und übt zurzeit das selbständige Busfahren.


P., ein 17-jähriger Jugendlicher mit besonders hohem Unterstützungsbedarf, geht am Beginn der Begleitung noch zur Schule. Er kommuniziert mit einem Sprachcomputer und benötigt Assistenz für viele Aktivitäten des täglichen Lebens (Umziehen, Essen, Kommunikation…). Ein Kreis von wichtigen Menschen (Familie, Verbündete, Lehrerinnen, Assistentinnen und Assistenten,…) unterstützt P. bei seiner Zukunftsplanung. Bei regelmäßigen Treffen werden Ideen gesammelt, welche Arbeitstätigkeiten ihn interessieren und seinen Fähigkeiten entsprechen könnten. Aufgrund seiner Begeisterung für Tiere beginnt P. nach dem Ende seiner Schulzeit ein Langzeitpraktikum im Lehrbetrieb einer höheren landwirtschaftlichen Schule. P. arbeitet immer gemeinsam mit einem Assistenten oder einer Assistentin: Er übernimmt Arbeitsaufgaben wie Kühe auf die Weide treiben, ausmisten, Stroh einstreuen, die Kälbchen versorgen. Nach einem Jahr Praktikum wird P. als Mitarbeiter im landwirtschaftlichen Lehrbetrieb im Ausmaß von 20 Stunden pro Woche angestellt und gehört nun zum Arbeitsteam ganz „offiziell“ dazu!